All the good things come to an end…

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Posted from Brunnen, Canton of Schwyz, Switzerland.

20 Länder, 13 Flüge, 29 Fährenüberfahrten, 76 Busfahrten, 7027 Mietwagenkilometer und vier Bahnfahrten. Unzählige Unterkünfte, Mahlzeiten in Restaurants und Sprachen. 19 verschiedene Währungen. 64 Blogeinträge. 1 Jahr, einmal rund um den Globus – die Weltreise, meine Reise rund um den Globus gehört der Vergangenheit an.

Den Abschluss der Reise verbrachten wir auf der Insel Zanzibar. In Stone Town, der Altstadt von Zanzibar Town verbrachten wir zwei Tage. Die Altstadt ist sehr klein, hat aber jede Menge kleine, interessante Gässchen (in welchen wir uns regelmässig verliefen ;-)). Was auf Zanzibar, insbesondere in Zanzibar Town, auffiel ist der sehr starke Glaube, welcher im Gegensatz zu Tansanias Festland der Islam ist. So sind die meisten Frauen in lange Kleider, mit Kopftuch und teilweise gar in Burkas gehüllt. Was ganz extrem war, war dass bereits sehr kleine Mädchen bereits Kopftuch tragen – teilweise können die nicht älter als drei Jahre gewesen sein.

Insgesamt war unser Programm in Stone Town sehr gemütlich und bestand ausser die Gässchen abklappert und sonst ein bisschen herumbummeln vorwiegend daraus, am Pool zu liegen, ab und zu ins kühle Nass zu springen und zu Lesen.

Hafen, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Forodhani Gardens, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Kanonen, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

House of Wonders, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Hochstaplerin, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Gasse, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Stone Town, Zanzibar, Tanzania

typische Holztüre, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

typische Holztüre, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Sonnenuntergang, Stone Town, Zanzibar, Tanzania

Am Mittwoch buchten wir im Internet noch ein Hotel für die verbleibenden neun Tage auf der Insel, in welchen wir ein bisschen „Ferien“ machen wollten. Das Vorausbuchen des Hotels machten wir, weil wir nicht mit unserem ganzen Gepäck an einem Strand entlangmarschieren und diesen nach Unterkünften abklappern wollten. Am Donnerstag nahmen wir uns also ein Taxi auf die andere Inselseite, welches uns nach einer interessanten Fahrt quer über die Insel zu dem Hotel brachte; eine schöne Anlage (die mich recht „anheimelte“, da sie mich stark an meinen ehemaligen Arbeitsplatz, das Hotel in Mexico, in dem ich vor fast zehn Jahren gearbeitet hatte erinnerte), direkt am schönen, unglaublich feinen weissen Sandstrand gelegen. Unser Zimmer war ein total süsses und sehr grosszügig ausgestattetes Bungalow, nur wenige Meter von Pool und Strand entfernt – perfekt also, um ein paar Tage einfach die Seele baumeln zu lassen.

Das taten wir dann auch ausgiebig: am Strand liegen, am Pool liegen, aufs Meer hinausschauen (welches ganz extrem von den Gezeiten geprägt war, was bedeutete, dass man nicht immer darin baden konnte, aber auch, dass es wunderschön war, den Gezeitenwechsel und damit auch die Veränderung der diversen Blau- und Türkistönen zu beobachten), dem Rauschen der Palmblätter im Wind und des Meeres zu Lauschen und ab und zu einen Strandspaziergang zu unternehmen. Der Minuspunkt an der Hotelanlage war lediglich, dass es kein wirkliches Dorf oder so in der Umgebung gab; andererseits war es so schön, dass es sich gut aushalten liess.

Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Einheimische Frau am Algen sammeln bei Ebbe, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Dau, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Kinder am Strand, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Strand bei Flut, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Hotelstrand, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Strand vor unserem Hotel, Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania

Am Samstag buchten wir eine Tour, was bedeutete, dass wir mit rund dreissig Italienern (von denen wird das Hotel nämlich vorwiegend besucht) loszogen. Wir fuhren an die Südspitze von Zanzibar, fuhren mit einem traditionellen Dau-Boot auf eine Sandbank im indischen Ozean, welche von fast kitschig schönem Meer umgeben war. Nach einer Erfrischung mit Kokosnuss und Wassermelone gingen wir eine Runde schnorcheln und dann weiter auf eine andere Insel, Kwale, von wo es am späteren Nachmittag wieder zurück ans Festland und ins Hotel ging. Der Ausflug war recht touristisch, aber trotzdem sehr schön.

Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

Sandbank in der Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

Farbenspiel des Indischen Ozeans, Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

in der Menai Bay, Zanzibar, Tanzania

Ja, und so vergingen die Tage auf Zanzibar wie im Fluge und am Freitag sassen wir bereits wieder im Taxi nach Stone Town, wo wir die Fähre zurück nach Dar es Salaam nahmen. Das von uns angepeilte Hotel war leider bereits vollständig ausgebucht, so dass wir halt wieder in der billigen, verlotterten Absteige landeten, in welcher wir bereits auf der Durchreise vor Zanzibar übernachtet hatten.

Für den Samstag hatten wir für eine Erkundungstour Dar es Salaams vorgehabt, mussten aber rasch feststellen, dass die Stadt Null und rein gar nichts interessantes zu bieten hat. So verbummelten wir den Tag indem wir alles sehr gemächlich angingen, ein wenig herumspazierten, Thomas sich noch einen neuen Haarschnitt verpassen liess etc. Am Abend fuhren wir dann mit dem Taxi zum Flughafen, ein kleiner und unspektakulärer solcher, also passend zur Stadt ;-).

Das Abschiednehmen von Tansania fiel uns nicht besonders schwer. Zwar hatten wir wunderbare Momente erleben dürfen in dem Land, dennoch sind unsere Eindrücke von diesem Land sehr gemischt. Das Land an sich ist wunderschön und bietet eine sehr breite Palette an Naturschönheiten und Kultur. Leider wird der Tourismus jedoch so sehr ausgeschlachtet (Thomas verglich es mal damit, wie ein Löwe seine frisch erlegte Gazelle ausnimmt), dass es teilweise wirklich nicht mehr angenehm ist. In vielen Orten verfolgen einen die Schlepper, Verkäufer oder Zecken, wie sie teilweise sehr passend genannt werden wie lästige Fliegen. Und zwar so respektlos, dass es einem manchmal echt die Sprache verschlägt. Das führt dazu, dass wir sehr gerne noch weitere Ecken dieses Landes bereist hätten, irgendwann aber einfach „die Schnauze voll“ hatten. In den nicht touristischen Orten ist es sehr ärmlich, die Leute aber auch viel freundlicher – trotzdem hört man von allen Seiten, dass man vorsichtig sein soll, im Dunkeln auf keinen Fall auf die Strassen soll etc. Wie bitteschön soll man denn da entspannt herumreisen?

Ein weiterer Punkt, der für uns nicht aufgeht (klar, das haben wir in vielen Ländern so erlebt, nirgendwo aber so extrem wie in Tansania) ist die Ungleichheit und die riesengrosse Schere: Die Preise im Tourismus sind total aufgeblasen und die Leistungen die man für sein Geld erhält meist lächerlich. So werden also von den im Tourismus tätigen Unternehmen und Personen Unmengen von Geld umgesetzt und gescheffelt, während am Strassenrand ausgemergelte Kinder mit ihren Hungerbäuchen kauern…

Ja, und so gingen wir in Dar es Salaam an Bord der Swiss Maschine, auf welcher es dann hiess „Grüezi und herzlich willkommen auf dem Swiss Flug LX 239 via Nairobi nach Zürich…“. Hm, das war ein komisches Gefühl, bzw. ist es nach wie vor, denn während ich diese Zeilen verfasse sitzen wir im Flieger ziemlich genau über dem Äquator, hoch über den Wolken (8200 Meter um genau zu sein) und düsen mit 911 kmh dem noch rund 6000 km entfernten Zürich entgegen.

Dieses Gefühl ist schwierig zu beschreiben und kann wohl nur von jemandem verstanden werden, der eine ähnliche Situation auch schon mal erlebt hat. Das Reisen bzw. die Weltreise, welche nun seit ziemlich genau einem Jahr mein Leben ist, neigt sich ihrem Ende zu. Wenn ich diesen Blogeintrag gepostet haben werde, wird meine Weltreise und somit mein grosser Traum der Vergangenheit angehören und „nur“ noch Erinnerungen sein, die ich in meinem Herzen trage. Und natürlich tausende von Fotos… Und Kontakte von Reisebekanntschaften, durch welche ich das Ganze hoffentlich immer wieder mal aufleben lassen kann…

Natürlich gibt es jedoch auch Dinge, auf die ich mich freue. Meine Eltern und Freunde wieder in die Arme schliessen zu können und ganz besonders, endlich mein Patenkind kennenzulernen, welches während meiner Abwesenheit das Licht der Welt erblickt hat. Und dann sind da noch die „kleinen Luxusfreuden“; Mit Duschgel statt Seife zu duschen, Wasser direkt und ohne Bedenken vom Wasserhahn zu trinken, frische Luft zu atmen, das Fahrrad aus dem Keller zu holen und ins Blaue zu radeln, in ein knuspriges Vollkornbrötchen reinzubeissen, im eigenen Bett zu schlafen, eine Waschmaschine zur Verfügung zu haben, um nur einige zu nennen.

Aber jetzt heisst es erst einmal, wieder mein Plätzchen zu finden und mir wieder einen Alltag aufzubauen – was ja im Grunde genommen auch so etwas wie eine Reise ist… Eine Reise, MEINE REISE…

Pwani Mchangani, Zanzibar, Tanzania