Three angels for Helen & Thomas…

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Was für eine Woche… Am letzten Donnerstag hatten wir mit dem Motorrad einen Ausflug zur Thiksey Monastery gemacht; einem wunderschönen Kloster, welches vom Palast von Lhasa (Tibet) inspiriert ist und auf einem Hügel über dem kleinen Örtchen Thiksey thront. Die Mönche dort waren sehr nett und einer von ihnen bat mich, ein Foto von ihm zu machen, woraufhin er – ganz typisch für buddhistische Mönche – ganz ernst posierte :-).

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Mani, Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Thiksey Monastery, Thiksey, India

Er wollte unbedingt ein Foto von sich..., Thiksey Monastery, Thiksey, India

Auf dem Weg nach Thiksey machten wir noch in Shey einen kurzen Stop, um uns das dort gelegene Stupa-Feld anzusehen, welches aus hunderten von weissen Stupas besteht.

Stupa Field, Shey, India

Stupa Field, Shey, India

Stupa Field, Shey, India

Stupa Field, Shey, India

Tags darauf packten wir in aller Frühe unsere Sachen, deponierten die grossen Rucksäcke im Guest House und fuhren los – Ziel: Der rund 150 km entfernte und durch den mit 5289 M. ü. M. weltweit dritthöchsten Strassenpass Chang La von uns getrennte Pangong See. Die Strecke war wunderschön, führte erst an einem total idyllisch gelegenen Kloster vorbei und offenbarte einige Kurven später eine atemberaubende Sicht auf das saftige grün des Tals, welches sich wie eine Oase von der sonst von kargen aber total schönen Brauntönen dominierten Landschaft abhob. Und im Hintergrund immer die schneebedeckte Bergkette – ein Traum.

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Chemrey Monastery, Karu, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Auf rund 5000 M. ü. M. und fünf Kilometer vor der Passhöhe wurde die Strasse ruppiger und das Motorrad wollte nicht mehr weiter. Ein kurzer Blick zeigte weshalb: Kette gerissen! Nach einer Weile hielten ein paar Inder an und liessen uns netterweise ihr Handy benutzen, um den Typen anzurufen, von welchem wir das Motorrad gemietet hatten. Er versprach uns, einen Mechaniker aufzutreiben und in ca. zwei Stunden bei uns zu sein. Vier Stunden später (glücklicherweise hatten weder Thomas noch ich Probleme mit der Höhe, sonst wäre das schön ungemütlich geworden…) tauchte er dann auf – Mechaniker hatte er keinen dabei, stattdessen ein Ersatzmotorrad. Er versicherte uns, dass die Strecke lediglich bei der Passhöhe ein wenig ruppig sei, ansonsten mit dem Motorrad völlig unproblematisch. Also fuhren wir weiter, an einem total unerwarteten Blütenmeer bei der Passhöhe vorbei, um feststellen zu müssen, dass die andere Seite des Passes total unwegsam und mühsam zu befahren war. Wieder ein paar Höhenmeter tiefer gönnten wir uns in einem Tee-Zelt einen Chai und eine Nudelsuppe und setzten dann die Fahrt weiter. Durch unbeschreiblich schöne Landschaften, vorbei an Pferde-, Kuh- und Yakweiden, über schön asphaltierte und auch weniger gut erhaltene Strassen, bis er plötzlich vor uns lag; der Pangong Tse. Ich hatte es mir zuvor nicht so recht vorstellen können, aber der See und seine Umgebung mit ihren fantastischen Farben (ich habe noch nie einen so blauen See gesehen!) sind ein magischer Ort, welcher einen ganz speziellen Zauber ausstrahlt; eine unglaubliche Ruhe, einen enormen Frieden.

Blick vom Chang La, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Blumenpracht auf 5250 MüM, Chang La, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Chang La Passhöhe, 5289 MüM, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Lunchpause, Tea Tent, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Tea Tent, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Yaks, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Yak, auf dem Weg zum Pangong Tse, India

Pangong Tse, India

Pangong Tse, India

Pangong Tse, India

Unsere Unterkunft, Pangong Tse, India

Unsere Unterkunft, Pangong Tse, India

Pangong Tse, India

Pangong Tse, India

Wir fuhren an den ersten Zeltunterkünften vorbei, denn wir wollten zu einem einige wenige Kilometer entfernten Dörfchen, um dort zu übernachten. Wir schafften es jedoch nicht dorthin: In einer schattigen Kurve – zack – fanden wir uns auf dem Boden liegend wieder. Auf dem schwarzen Asphalt war in der Kurve schwarzer Sand am Boden, welcher im Schatten so gut wie unsichtbar gewesen war und uns zu Fall gebracht hatte. Der Schock sass uns in den Knochen und nachdem wir den ein wenig verdaut hatten, stellte sich eine erste Bestandesaufnahme wie folgt dar: Thomas – ein paar Kratzer an der Schulter, Prellungen / wahrscheinlich eine milde Verstauchung der Hand- und Fingergelenke, kaputte (schweineteure…) Regenjacke; Helen – geprelltes Knie, aufgeschürfte Händen geprellter Ellbogen. Wir fuhren zuzück zum nächstgelegenen Zeltcamp, um nach einem Verbandskasten zu fragen (im ursprünglichen Motorrad hatten wir ein Notfallset dabeigehabt, nicht so im Ersatzfahrzeug…). Dort sassen drei Inder in unserem Alter und bevor wir uns versehen konnten sassen wir mit einem von ihnen, Lakshay, im Auto zum 2 km entfernt gelegenen Militärcamp. Der verantwortliche Arzt war nicht zugegen, man liess uns trotzdem ins Krankenzimmer, wo Lakshay meine Wunden säuberte und verarztete – der Zufall wollte es, dass seine Frau vor einem Jahr Opfer eines schweren Unfalls gewesen war und er sie und ihre Wunden über ein halbes Jahr lang gepflegt hatte. Die drei hätten eigentlich am selben Abend zurück ins sechs Stunden entfernte Leh fahren wollen, passten ihre Pläne aber an und boten uns an, mich am nächsten Tag in ihrem Auto nach Leh mitzunehmen, da ich die Strecke in meinem Zustand unmöglich auf dem Motorrad zurücklegen könne… Zudem bot der älteste und ruhigste der drei, Anshul, Thomas an, sich mit ihm mit dem Fahren des Motorrads abzuwechseln, um die Handgelenke nicht allzu sehr zu beanspruchen. Wir dachten, wir träumen, so perfekt klang dieser Vorschlag! Wir verbrachten einen total gemütlichen Abend bei spannenden Gesprächen und Diskussionen über Gott und die Welt; ein sehr interessanter Austausch. Die Zeltunterkunft war sehr bequem, diesmal sogar mit eigenem WC/Lavabo und am nächsten Morgen frühstückten wir zeitig, genossen nochmals den beeindruckenden Anblick des Sees und fuhren dann zurück nach Leh, wo ich direkt ins Spital gebracht wurde, denn meine Schmerzen im Arm waren inzwischen so gross, dass ich ihn nicht mehr bewegen konnte. Unsere drei neuen Freunde liessen es sich nicht nehmen, uns zu begleiten, was sich als riesen Glück herausstellte: Man schickte uns den Gang rauf und runter, von einem Schalter zum anderen und von einer Abteilung zur nächsten. Das Krankenhaus schliesst am Samstag um 13 Uhr (?!??!!) und es war kurz davor. Irgendwann reichte es Ashutosh, dem langhaarigen Rockertypen und er machte eine riesen Szene. Ein paar Rupien Bestechungsgeld wechselten die Hände und plötzlich hatte ich mein Registrationsformular in der Hand, kurz darauf schaute mich der Arzt (in Jeans und T-Shirt…) an und nachdem wir 60 Rupien (ca. CHF 0,80.-) für die Röntgenaufnahmen bezahlt hatten, stand ich im Röntgenraum, wo mein Arm ohne Schutz des weiteren Körpers zweimal geröngt wurde. Gebrochen sei nichts, einfach stark geprellt und entzündet war das Fazit des Arztes. Der Arm müsse trotzdem geschont und ruhiggestellt werden uns so schickte er Thomas in die auf der anderen Strassenseite gelegene Apotheke Verbandsmaterial einkaufen und verpasste mir in einem eher wie eine Bastelwerkstatt statt wie ein Behandlungsraum aussehenden Raum ein Riesending von einem Gips. Während sich Ashutosh und Lakshay ritterlich für mich einsetzten hatte es sich Anshul zur Aufgabe gemacht, für unser leibliches Wohl zu sorgen und stand immer wieder mit irgendwelchen Fruchtsäften da. Als ich versorgt war (für umgerechnet rund CHF 7.- inkl. Röntgen, Untersuch, Verbandsmaterial, Gips anlegen und Medikamenten) brachten wir das Motorrad zurück. Der Vermieter war total Überfordert mit der Situation: Erst mein Gipsarm (der um einiges schlimmer aussieht als dass er eigentlich ist) und dann noch unser Auftauchen in Begleitung von drei nicht sehr nett dreinschauenden Indern, die wild auf ihn einredeten und ihm weismachten, was er uns für einen Quatsch erzählt hätte von wegen dieses Motorrad sei für diese Strecke und zwei Personen ohne Bedenken zu empfehlen… Nach diesem Schauspiel luden wir unsere Retter zum Mittagessen ein, bevor sich unsere Wege wieder trennten. Thomas und ich bezogen wieder unser wunderschönes Zimmer im gleichen Guest House und verschliefen den restlichen Nachmittag vor Erschöpfung. Am nächsten Morgen nahmen wir die Herausforderungen, die so ein Gipsarm mit sich bringt an und nach rund einer Stunde war ich dann auch geduscht, die Haare gewaschen und zum Pferdeschwanz gebunden (uff, was für ein Unterfangen!) und angezogen. Wir frühstückten ausgiebig und verbrachten den Tag mit Herumbummeln, Teetrinken, Lesen, Schlafen (meine Tabletten machten mich total müde und schlapp) und Filmschauen. Auch der Montag lief ähnlich faul ab, was mich etwas mitnahm, denn ich wäre so gerne Trekken gegangen. Am Dienstag ging Thomas dann Riverraften. Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht auch gerne mitgegangen wäre, aber wie sagt man so schön: „Gibt dir das Leben Zitronen, mach Limonade draus!“… In diesem Sinne gönnte ich mir ein wunderbares Frühstück mit frischen Ladhak-Aprikosen, hausgemachtem Brot und ebenso hausgemachter Konfitüre. Dabei kam ich dank dem Gips (also sozusagen meiner „Zitrone“…) mit ein paar Indern ins Gespräch, welchen ich schlussendlich Reisetipps für Ladhak gab; verkehrte Welt, den Leuten Reisetipps für ihr eigenes Land zu geben… Dann zog ich weiter in einen Fair-Trade-Shop, welcher frische Fruchtsäfte verkauft, so u.a. superleckeren Aprikosensaft. Dort kam ich mit einem in Myanmar lebenden Engländer ins Gespräch, auch dies eine total spannende Begegnung. Den restlichen Tag verbrachte ich damit, durch Leh’s Gassen zu bummeln und im Guest House Garten zu lesen.

Chowkhang Gompa, Leh, India

In der Chowkhang Gompa, Leh, India

Gässchen, Leh, India

Leh, India

Leh, India

Farbenspiel, Leh, India

Prayer Wheel, Leh, India

Der gestrige Tag stand dann ganz im Sinne des „Wiedersehens“: Am Mittag trafen wir uns mit Marco, dem durchgeknallten Italiener, welchen ich in Laos kennengelernt hatte auf einen Schwatz. Am Nachmittag stiegen wir zur über Leh gelegenen Shanti Stupa – ein schönes Bauwerk und eine noch schönere Aussicht – und beim Abendessen liefen wir der Engländerin Kim und ihrem tibetischen Freund, welche wir im Minibus von McLeod Ganj kennengelernt hatten über den Weg und verbrachten mit den beiden einen super Abend mit spannenden Gesprächen.

Shanti Stupa, Leh, India

Shanti Stupa, Leh, India

Gipsarm bei der Shanti Stupa, Leh, India

Blick von der Shanti Stupa aufs Tsemo Fort, Leh, India

Ja und heute hätten wir mit dem Bus ins ca. 30 Minuten entfernte Örtchen Stok fahren wollen, leider fuhr der Bus aber zu völlig anderen als den im Reiseführer aufgeführten Zeiten, so dass dies ins Wasser fiel und wir einen weiteren relaxten Tag in Leh hatten.

Langsam aber sicher schreit meine Seele nach all diesen ruhigen Tagen wieder nach etwas Action, aber das wird schon, denn am Sonntag fliegen wir zurück nach Delhi und tags darauf gehts dann auf nach Afrika!

Und damit beende ich dieses Unikat, nämlich meinen ersten und hoffentlich einzigen einhändig verfassten Blogeintrag auch schon wieder…