Goodbye heat – we’re off to the mountains!

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Posted from Dharamshala, Himachal Pradesh, India.

Eine wunderschöne und bunte (schöne Landschaft und bunt gekleidete Leute), jedoch auch extrem holprige Busfahrt brachte uns von Pushkar nach Jodhpur. Nach dem zur Abwechslung mal kleineren Örtchen Pushkar waren wir wieder zurück in der Grossstadt. Schön an Jodhpur ist jedoch, dass sich die meisten Hotels und der Hauptplatz und –markt sowieso in der Altstadt befinden, so dass man sich mit der staubigen und verkehrsreichen Grossstadt gar nicht gross auseinandersetzen braucht. Unsere Unterkunft hatte eine schöne und total gemütliche Dachterrasse mit Blick auf das Mehrangarh Fort, das Wahrzeichen der Stadt. Zu diesem spazierten wir am späteren Nachmittag hoch und waren sehr positiv überrascht davon. Im Eintrittspreis enthalten war eine Audiotour (auch diese war Teil der positiven Überraschung, denn sie war wirklich gut), welche uns durch die ganze Festung mit diversen Räumen und Ausstellungen führte. Und zu guter Letzt genossen wir die Aussicht über die ganze Stadt, insbesondere die Altstadt mit ihren blau getünchten Häusern (was übrigens u.a. zum Schutz vor Insekten dienen soll), welche so von oben betrachtet auch gut und gerne das Zuhause von Schlümpfen sein könnte ;-). Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Aussicht vom Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Blick auf Jodhpur, India Jodhpur, India Blick auf den Umaid Bhawan Palace vom Fort Mehrangarh, Jodhpur, India Blick vom Fort Mehrangarh, Jodhpur, India nette alte Dame, Jodhpur, India Clock Tower, Jodhpur, India Jodhpur, India Jodhpur, India Jodhpur, India Mein Magen fand die scharfen indischen Curries der vergangenen Tage wohl nicht so genussvoll wie mein Gaumen sie fand und rebellierte ein wenig, so dass wir beschlossen, eine kleine Verschnaufspause einzulegen und einen Tag mehr in Jodhpur zu verweilen. Da wir das in unseren Augen sehenswerte Jodhpurs bereits gesehen hatten (die Gässchen der Altstadt, die Festung, den Marktplatz mit dem Zeitturm) und unser Hotel eine Village Safari zu einem total günstigen Preis anbot, beschlossen wir, an einer solchen Halbtagestour teilzunehmen, auch in der Hoffnung, etwas vom Dorfleben ausserhalb der Grossstadt zu Sehen zu kriegen. Die Tour führte zuerst an einen See und zu einem Naturreservat, wo wir Schwarzböcke, Antilopen und Pfauen sehen konnten. Danach besuchten wir ein Zuhause einer Bishnoi-Familie, was jedoch sehr touristisch war und wurden weiter zu einer Töpferfamilie und einer Stoffbedruckerfamilie gebracht, bevor es dann im Hause unseres Guides ein leckeres Mittagessen gab. Die erhofften Einblicke ins Dorfleben wurden uns somit nicht geboten – da hatten wir auf der Busfahrt des Vortages deutlich mehr davon mitgekriegt – trotzdem war die Tour ganz in Ordnung und wir waren eine angenehme Sechsergruppe. Bishnoi Village, Village Safari, Jodhpur, India Village Safari, Jodhpur, India Village Safari, Jodhpur, India Village Safari, Jodhpur, India Village Safari, Jodhpur, India Black Bock Rudel, Village Safari, Jodhpur, India Black Bock, Village Safari, Jodhpur, India Am nächsten Morgen ging es einmal mehr früh an den Busbahnhof und mit dem öffentlichen Bus nach Bikaner. Die Fahrt dauerte sechs Stunden und mit jeder Stunde wurde die Umgebung karger und sandiger, bis wir schlussendlich in Bikaner ankamen, wo auf den Strassen nebst den Fahrzeugen nicht nur Kühe, sondern auch sehr viele Kamele anzutreffen sind. Dies ist jedoch nicht verwunderlich, liegt Bikaner doch am Rande der Thar-Wüste, der zweitgrössten Wüste der Welt. In unserem Guesthouse buchten wir für am Folgetag eine zweitägige Kamelsafari und fuhren dann mit dem Bus nach Deshnok zum Karni Nagar, dem Rattentempel. Diesen hatten wir vor ein paar Jahren einmal in einer Dokumentarsendung im Fernsehen gesehen und seither wollte ich unbedingt mal dahin. Nun, der Tempel ist wirklich einzigartig: Das erste, was einem beim Betreten des heiligen Gebäudes entgegenschlägt ist ein ganz schrecklicher Gestank. Das zweite, was dann auffällt sind die tausenden von Ratten, die überall zu sein scheinen. An Fressschüsseln, in Wandritzen, am Geländer oder einfach auf dem Fussboden (und wie in allen Tempeln muss man die Schuhe natürlich auch hier vor dem Tempelbesuch ausziehen…). Das war ein echtes Erlebnis. Zurück in Bikaner deckten wir uns mit zwei neuen Schals ein (ich hatte meinen leider in Myanmar verloren), welche uns in der Wüste vor der Sonne schützen sollten und verliefen uns dann auf dem Rückweg zum Guesthouse ganz schrecklich. Die Strassen in Indien sind nicht beschildert und keiner kannte unser Guesthouse… Nach etwa einer Stunde des Herumirrens fuhr dann glücklicherweise der Neffe des Guesthousebesitzers, der uns wiedererkannte an uns vorbei, machte kehrt und brachte uns mit seinem Roller an unser Ziel. Karni Nagar Temple, Deshnok, India Karni Nagar Temple, Deshnok, India Karni Nagar Temple, Deshnok, India Karni Nagar Temple, Deshnok, India Karni Nagar Temple, Deshnok, India Karni Nagar Temple, Deshnok, India Am Sonntag fuhren wir in ein etwas ausserhalb von Bikaner gelegenes Dorf, wo bereits zwei gesattelte Kamele sowie ein Kamelwagen (mit Essen, Kamelfutter und Decken) auf uns warteten. Los ging es, hoch zu Kamel durch die Wüste. Das war ein super Erlebnis, auch wenn der Guide und die Kamelführer keinen Streich zu viel taten und meist faul auf dem Wagen hockten, bei den Stopps im Schatten schliefen oder an ihren Handys hingen. Die Wüste und die Kamele sowie die Ruhe waren aber toll und auch ein paar Tiere wie Antilopen, einen Wüstenfuchs sowie einen Hasen konnten wir sehen. Am Abend machten wir – durchgeschwitzt und mit Sand paniert – unterhalb einer Sanddüne halt und genossen die Abendstimmung und ein leckeres Nachtessen, bevor wir unser Nachtlager auf der Sanddüne und unter dem Sternenhimmel bezogen. Kurz vor dem Einschlafen fielen sogar ein paar Regentropfen, danach schliefen wir aber wunderbar. Thar Desert, Bikaner, India Hoch zu Kamel, Thar Desert, Bikaner, India Kamel-Safari, Thar Desert, Bikaner, India Kamel-Safari, Thar Desert, Bikaner, India Unterwegs, Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Ein Bett auf der Sanddüne..., Thar Desert, Bikaner, India Abendstimmung, Thar Desert, Bikaner, India Abendstimmung, Thar Desert, Bikaner, India Thar Desert, Bikaner, India Am Montag standen erneut rund vier Stunden auf dem Kamelrücken auf dem Programm, bevor wir nach Bikaner zurückkehrten, wo wir uns rasch duschten und entsandeten und dann direkt zum Busstop gingen, von wo aus wir den Nachtbus ins ca. 13 Stunden entfernte Amritsar nahmen. Der Bus war super, mit einer „Doppelbettbox“ jedoch war es viiiiel zu heiss. Zwar hatten wir das Fenster offen, aber die Luft draussen war ebenso unangenehm heiss wie diejenige im Bus drinnen. Vier Liter Wasser vertilgten wir und irgendwann schlief ich dann doch für ein paar Stunden ein, während Thomas las. Um 06.00 Uhr am nächsten Morgen kamen wir in Amritsar an, einer Stadt, die ganz anders ist als die bisherigen von uns besuchten Orte. Dies vor allem, da sie zum grössten Teil von Sikhs bevölkert ist und auch die wichtigste Pilgerstätte dieser Religion, den Golden Temple beheimatet. Diesen besuchten wir und genossen die entspannte Stimmung in der Anlage. Dann gönnten wir uns zwischen all dem Chai mal wieder einen richtigen Kaffee, bummelten durch die Strassen der Altstadt (sehr interessant zuzuschauen, wie die Leute in ihren kleinen Shops und Werkstätten vor sich hin werkelten) und relaxten im klimatisierten Hotelzimmer um am späteren Nachmittag nochmals zum Tempel zu gehen und diesen auch noch im Nachmittagslicht zu sehen. Viel mehr von Amritsar sahen wir nicht, aber das war auch okay so, denn irgendwie haben wir die indischen Grossstädte langsam aber sicher gesehen. Golden Temple, Amritsar, India Golden Temple, Amritsar, India beim Golden Temple, Amritsar, India Posing... Golden Temple, Amritsar, India Golden Temple, Amritsar, India Golden Temple, Amritsar, India Golden Temple in der Nachmittagssonne, Amritsar, India Strassenszene, Amritsar, India Coffee Break mit Schwein, Amritsar, India So nahmen wir gestern wieder einen Bus-Marathon in Angriff und fuhren mit zweimal Umsteigen (wobei die Verbindungen wunderbar waren; wir mussten nirgendwo länger als 30 Minuten warten) nach McLeod Ganj, einem kleinen und sehr touristischen Örtchen auf fast 1800 M.ü.M., welches in erster Linie bekannt dafür ist, dass der Dalai Lama hier residiert. Leider kriegt man ihn jedoch so gut wie nie zu Gesicht, bis auf ein paar wenige öffentliche „Teachings“, die er alle paar Monate hält und welche wir leider um zwei Tage verpasst hatten! Nun ja, der Ort ist trotzdem und trotz dem ganzen Tourismus nett und vor allem das Klima ist wunderbar angenehm (tagsüber ca. 25°). Und auch sonst ist es spannend, denn es hat extrem viele Exil-Tibeter hier, so dass man mehr Tibeter und Mönche als typische Inder sieht.

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Love and hate… Noch keinen Indien-Reisenden habe ich kennengelernt, den das Land kaltlässt. Entweder man liebt es oder man hasst es. Ich persönlich habe erwartet, dass es mich entsprechend tiefer berührt und bewegt, kalt lassen tut es mich aber trotzdem nicht und ich kann für beides gute Gründe sehen – für die Liebe wie auch für den Hass diesem Land gegenüber. Nach den ersten rund zwei Wochen in Rajasthan und Umgebung sieht bei mir der Stand der Dinge wie folgt aus:

Dinge, die ich an Indien nicht ausstehen kann:

– Der Verkehr und das Gehupe, welches so ohrenbetäubend ist, dass man es manchmal mit der Angst zu tun kriegt: Ich möchte mein Hörvermögen nicht in den Strassen Indiens zurücklassen müssen! Zudem finde ich es nicht sehr amüsant, wenn die Scooter und Tuk-tuks einem fast die Füsse plattfahren und die Fahrradrikschas mir regelmässig in den Arm rammen.

– Die fehlende Strassenbeschriftung. Das ist mir sowas von unverständlich und bringt mich zur absoluten Verzweiflung, wenn wir nicht mehr wissen, wo wir sind und wie wir zu unserem Hotel zurückfinden.

– Die Bettler und Verkäufer und Abzocker. Nein, ich brauche kein Taxi und nein, ich will keinen Pashmina-Schal und nein, ich unterstütze auch weder die Vereinigung der Kuh-Liebhaber von Hintertupfingen noch sonst irgendwas! Ab und zu mal angequatscht zu werden würde ja gehen, aber wenn das non-stop ist, vom Verlassen des Hotels bis zum wieder hinter der sicheren Hoteltüre verschwinden ist das anstrengend und nervig. Wie auch der Fakt, dass man um alles (und damit meine ich alles; sogar das Toilettenpapier!) feilschen muss…

– Die Männer. Ja, sie glotzen und das wusste ich und es ist nicht mal das, was mich so stört. Es ist das absolut respektlose Verhalten, welches sie an den Tag legen. Das ist recht schwer zu beschreiben, aber wirklich unangenehm. Spannend dabei ist, dass die Sikh-Männer davon ausgenommen sind – sie sind freundlich, nicht aufdringlich und sehr nett. Und übrigens auch die einzigen Männer, die wir händchenhaltend mit ihren Frauen in der Öffentlichkeit zeigen.

Dinge, die ich in Indien super finde:

– Das Essen. Malai Kofta, Palak Paneer, die diversen Thalis, die Chapatis und der wunderbar würzige Chai – ja, das geniesse ich!

– Die Farben und der Abwechslungreichtum des Landes bzw. der Region. Die bunten Saris und der Schmuck der Inderinnen sowie die bunten Turbane der Männer – da kann ich mich kaum sattsehen dran. So schön!

– Die Gesichter. In selten einem Land habe ich so viele interessante Gesichter gesehen, bei welchen man das Gefühl hat, dass die Person dahinter tausende spannende Geschichten erzählen könnte. Das einzig schade ist, dass die Inder zu wenig lächeln und meist einen sehr ernsten Ausdruck auf ihren Gesichtern tragen.

– Die Kühe. Kühe sind wunderschöne Tiere und ich finde, dass sie in dem ganzen Chaos der indischen Grossstädte wie Ruhepole wirken, wenn sie gemächlich über die Strassen marschieren.